Kurzantwort

Eine Briefmarke hat keine universelle Katalog- oder Seriennummer. Wählen Sie Scott, Stanley Gibbons, MICHEL, Yvert et Tellier oder einen passenden Spezialkatalog, suchen Sie Land und Ausgabe und gleichen Sie Nennwert, Motiv, Farbe, Zähnung, Wasserzeichen, Papier, Druck und Aufdruck ab. Notieren Sie Verlag, vollständige Nummer, Auflage und offene Zweifel.

Was eine Briefmarken-Katalognummer bezeichnet

Eine Katalognummer bezeichnet den Eintrag eines Verlags für eine Ausgabe, Wertstufe oder anerkannte Variante. Sie ist weder eine weltweit amtliche Postnummer noch normalerweise eine individuelle Nummer des Stücks. Nennen Sie immer den Katalog, denn dieselbe Zahl kann in einem anderen System etwas anderes bedeuten.

Scott ist in den USA verbreitet, Stanley Gibbons in Großbritannien und vielen Commonwealth-Gebieten, MICHEL im deutschsprachigen Markt und Yvert et Tellier im französischsprachigen Raum. Für einzelne Länder sind Spezialkataloge oft genauer. Wählen Sie zuerst das Werk, das für Gebiet, Sammlung oder Zielmarkt üblich ist.

Eine Nummer ersetzt keine Beschreibung. Halten Sie Ausgabegebiet, Serie, Nennwert, Datum, Format und Erhaltung fest. Teilt ein anderer Katalog Varianten anders auf, bleibt dadurch verständlich, welches Stück gemeint ist.

Häufige Nachschlagewerke und sichere Notation
NachschlagewerkTypischer BereichSicherer Eintrag
ScottUSA und weltweitScott, vollständige Nummer und Suffix
Stanley GibbonsGroßbritannien, Commonwealth und weltweitSG, vollständige Nummer und Suffix
MICHELDeutschland, Europa und weltweitMiNr., vollständige Nummer und Suffix
Yvert et TellierFrankreich, französische Gebiete und weltweitYvert oder YT, Nummer und Suffix
SpezialkatalogLand, Epoche, Dienst oder VarianteVerlag oder Titel, Nummer und Auflage

Vor dem Katalog eine Merkmalskarte anlegen

Fotografieren Sie Vorder- und Rückseite vollständig bei neutralem Licht. Notieren Sie Inschriften, Nennwert, Währung, Porträt, Symbol, Motiv und Aufdruck. Messen Sie Bild und Gesamtformat. Halten Sie Zähnung, Durchstich, Stanzung, Format aus Bogen, Heftchen oder Rolle sowie Belegzusammenhang fest.

Bestimmen Sie zuerst Land oder Postgebiet. Historische Namen, Kolonien, Besetzungen und Aufdrucke können unter einem anderen Kapitel stehen. Die Anleitung zu ausländischen Briefmarken nutzt Schrift, Währung und Stempel, bevor ein Bildvergleich erfolgt.

Reinigen, waschen, schneiden oder lösen Sie nichts. Rand, Heftchenfeld, Nachbarmarke und vollständiger Beleg können den Eintrag entscheiden. Verwenden Sie Pinzette und eine getrennte Karte.

Fiktive Leuchtturmmarke mit Pinzette über leerer Karteikarte und zwei geöffneten Katalogen
Notieren Sie sichtbare Belege, bevor Sie eine Nummer übernehmen. So bleiben Querverweise prüfbar.

Den richtigen Katalog und die Auflage wählen

Wählen Sie zunächst einen Hauptkatalog. Wer zu früh zwischen Datenbanken springt, verwechselt leicht unabhängige Nummernsysteme. Lesen Sie Einführung, Abkürzungen, Symbole, Gebietskapitel und Bewertungsregeln. Kataloge ordnen meist nach Land, Verwendungsart und Datum, Sonderdienste und Varianten jedoch unterschiedlich.

Die Auflage zählt. Neue Erkenntnisse, Datumsberichtigungen und Umnummerierungen können Verweise ändern. Notieren Sie Erscheinungsjahr oder Online-Abrufdatum bei Verkauf, Versicherung, Ausstellung oder Forschung. Eine ältere Bibliotheksausgabe findet die Serie, der aktuelle Verweis sollte dennoch geprüft werden.

Nutzen Sie rechtmäßige Zugänge. Bibliotheken führen gedruckte Werke, Verlage Bücher und Onlinedienste. Gemeinschaftsdatenbanken helfen bei Motivsuche und Querverweisen, doch bestätigen Sie die Endnummer im genannten Katalog.

Eine Nummer ohne Verlag ist unvollständig. Ohne Auflage kann sie nach einer Umnummerierung ebenfalls mehrdeutig sein.

Briefmarken-Katalognummer Schritt für Schritt finden

Arbeiten Sie vom allgemeinen Befund zu den variantenentscheidenden Merkmalen. Bleiben Sie bei der engsten belegten Stelle. Sind Wasserzeichen oder Papier unbekannt, notieren Sie Kandidaten statt der selteneren Nummer.

1. Richtiges Land oder Gebiet öffnen

Nutzen Sie Register und historische Namen. Prüfen Sie eigene Kapitel für Aufdruck, Kolonie, Besetzung oder Nachfolgeverwaltung. Großbritannien lässt den Landesnamen traditionell weg.

2. Postzweck und Format bestimmen

Trennen Sie Freimarke, Sondermarke, Luftpost, Dienst, Porto, Paket, Zeitung, Fiskal, Lokal- und Besetzungsausgabe. Bestimmen Sie Bogen, Heftchen, Rolle, Block oder Ganzsache.

3. Zeitraum und Motivgruppe eingrenzen

Ein aufgedrucktes Jahr ist nur ein Hinweis. Finden Sie im ungefähren Zeitraum das Motiv und folgen Sie dessen Bildcode zu den Einträgen. Die Zahl am Bild ist nicht zwingend die Katalognummer.

4. Nennwert, Farbe und Schrift abgleichen

Prüfen Sie Währung, Text, Porträt, Details und Aufdruck. Beurteilen Sie Farbe bei neutralem Licht; Alterung, Chemie, Papier und Bildschirm verfälschen Farbtöne.

5. Physische Variante beweisen

Messen Sie Zähnung waagerecht und senkrecht und prüfen Sie Wasserzeichen, Papier, Druck, Gummi, Fluoreszenz und Format. Übernehmen Sie erst dann Präfix, Nummer, Suffix und Variantennotation.

Ähnliche Einträge physisch unterscheiden

Ein passendes Bild bestimmt zunächst nur die Motivgruppe. Dauerserien verwenden Rahmen und Porträts über viele Drucke. Eine halbe Zähnungsstufe, ein anderes Wasserzeichen, Papier, Plattenänderung, Heftchenrand, Rollenformat, Aufdruck oder Fluoreszenz kann eine andere Nummer ergeben.

Messen Sie nur die katalogrelevanten Merkmale. Nutzen Sie die Anleitung zur Zähnungsmessung und zur Wasserzeichenbestimmung. Beginnen Sie trocken und brechen Sie ab, wenn Flüssigkeit oder Ablösen riskant wäre.

Passen Motiv und Nennwert, aber die Zähnung nicht, wählen Sie nicht einfach die nächstliegende Zeile. Prüfen Sie Messung, Kapitel und beschädigte oder beschnittene Ränder. Seltene Varianten brauchen stärkere, nicht schwächere Belege.

Zwei fiktive Brückenmarken mit Vorder- und Rückseite neben Zähnungsschlüssel, Wasserzeichenschale, Lupe und Pinzette
Motiv ist nur der Anfang. Zähnung, Wasserzeichen, Papier, Druck, Aufdruck und Format können zu einem anderen Eintrag führen.

Abbildungen, Codes und Suffixe richtig lesen

Auf einer Katalogseite stehen mehrere Bezugsarten. Eine fette Zahl kann Katalognummer, Bildnummer, Wasserzeichenfigur oder Querverweis sein. Stanley Gibbons weist darauf hin, dass die Zahl direkt unter dem Bild die Abbildungsnummer ist. MICHEL trennt Bildbuchstaben und die eindeutige MiNr. der Zeile.

Lesen Sie die Zeichenerklärung. Folgen Sie dem Bildcode zum Eintrag, prüfen Sie Nennwert und Fußnoten. Stammnummern, Suffixe, Untertypen, Heftchen-, Rollen- und Sonderteilzeichen sind relevant. Kopieren Sie die Notation so, dass ein anderer Nutzer sie findet.

Zahlen auf der Marke werden getrennt bezeichnet. Platten- und Kontrollnummern dokumentieren Produktion; Nennwert, Gedenkdatum und Sicherheitscode erfüllen andere Aufgaben. Sie werden dadurch nicht zur Katalognummer.

Häufig verwechselte Zahlen und Codes
KennzeichenFundortVorgehen
KatalognummerKatalogzeileMit Verlag, Suffix und Auflage notieren
Bild- oder MotivcodeNeben der AbbildungZu allen verknüpften Zeilen verfolgen
Platten- oder KontrollnummerMarke, Rand, Rolle oder BogenAls Produktionsmerkmal getrennt erfassen
Nennwert oder DatumIm MarkenbildAls Bestimmungshinweis nutzen
AlbumnummerAuf AlbumseiteZugrunde liegenden Katalog prüfen

Querverweise ohne Wertversprechen dokumentieren

Ein guter Inventareintrag verbindet Beschreibung und verifizierte Referenzen: Gebiet, Ausgabe, Nennwert, Datum, Format, Zustand, Hauptkatalog, Auflage, Nummer, Quelle des Querverweises und Sicherheit. Teilt ein Werk die Ausgabe anders, erläutern Sie das statt einer erzwungenen Eins-zu-eins-Zuordnung.

Der Katalogwert ist kein automatischer Verkaufspreis. Beschreiben Sie nach der Erhaltungsanleitung und vergleichen Sie realisierte Verkäufe mit dem Wertablauf. Ein unverkauftes Angebot beweist weder Nummer noch Wert.

Bei Umnummerierung bleiben alte Nummer und Auflage als Notiz erhalten, besonders bei Attesten, Rechnungen und Albumseiten. Das schützt die Provenienz.

  • Verlag, Titel und Auflagenjahr
  • Vollständige Nummer mit Präfix, Suffix und Zeichen
  • Gebiet, Ausgabe, Nennwert, Datum und Postzweck
  • Zähnung, Wasserzeichen, Papier, Druck, Aufdruck, Fluoreszenz und Format
  • Erhaltung, Gummi oder Stempel, Beleg und Mängel
  • Quelle und Sicherheit jedes Querverweises
  • Alte Nummern und offene Kandidaten

Wissen, wann die Nummer offenbleiben muss

Nicht jede Marke lässt sich in einer Sitzung sicher zuordnen. Land, Wasserzeichen oder Zähnung können unklar sein, ein Aufdruck kann Prüfung verlangen, oder das Stück ist Fiskalmarke, Vignette, Siegel, Fälschung, Fantasieprodukt oder Ganzsachenausschnitt. Notieren Sie Befund und nötigen Test.

Stamp Value Identifier & Scan kann aus einem Foto Land, Ausgabezeitraum und möglichen Katalogkontext vorschlagen sowie Scans und Notizen ordnen. Das ist ein Ausgangspunkt. Die App ersetzt weder Katalogauflage noch Messung oder Fachprüfung und bietet keine amtliche Echtheitsprüfung, Graduierung, Zertifizierung oder Schätzung.

Fragen Sie Spezialisten, wenn die Nummer einen wichtigen Kauf, Verkauf, Versicherungs- oder Ausstellungseintrag ändert. Senden Sie scharfe Bilder, Maße, Katalog und Auflage sowie widersprechende Merkmale. Eine konkrete Frage ist hilfreicher als eine Nummernbitte ohne Belege.

Ein Ergebnis darf vorläufig bleiben: „SG 210 oder 210a; Wasserzeichen offen“. Das ist besser als den seltenen Suffix nach einem Onlinebild zu wählen. Gute Recherche ist reproduzierbar und zeigt auch ihre Grenze.

Mindestangaben zur Katalogsuche
FeldEintrag
IdentitätGebiet, Ausgabe, Nennwert, Zeitraum und Format
KatalogVerlag, Titel, Auflage oder Abrufdatum
NummerPräfix, Nummer, Suffix und bestätigt oder Kandidat
BelegeMotiv, Schrift, Farbe, Größe, Zähnung, Wasserzeichen, Papier und Aufdruck
KontextPostfrisch oder gebraucht, Gummi, Stempel, Beleg, Rand und Erhaltung
Nächster SchrittMessen, prüfen, querverweisen, bewahren oder Fachrat

Häufig gestellte Fragen

Haben Briefmarken Seriennummern?

Gewöhnliche Briefmarken tragen meist keine einmalige Nummer je Exemplar. Sammler verwenden Nummern, die ein Katalogverlag einer Ausgabe oder anerkannten Variante gibt. Platten-, Bogen- und Kontrollnummern, Barcodes oder Sicherheitscodes können auf Marke oder Rand stehen, sind aber nicht automatisch Katalognummern.

Ist eine Scott-Nummer dasselbe wie eine SG- oder MICHEL-Nummer?

Nein. Scott, Stanley Gibbons, MICHEL, Yvert et Tellier und Spezialverlage führen eigene Systeme. Dieselbe Marke kann mehrere gültige Nummern haben. Schreiben Sie stets die Abkürzung wie Scott, SG oder MiNr. dazu und übertragen Sie Nummern nicht nach Vermutung.

Wo steht die Katalognummer auf der Briefmarke?

Meist steht sie nicht auf der Marke. Sie wird in einem gedruckten oder digitalen Katalog gefunden, nachdem Ausgabegebiet und physische Merkmale bestimmt sind. Zahlen im Bild, am Rand oder auf der Rückseite können Nennwert, Jahr, Platte, Kontrolle oder Sicherheit dienen.

Kann ein Foto die genaue Katalognummer bestimmen?

Gute Vorder- und Rückseitenfotos grenzen Land, Ausgabe und Kandidaten ein, beweisen aber nicht immer die genaue Nummer. Zähnung, Wasserzeichen, Papier, Druck, Gummi, Fluoreszenz oder ein kleiner Aufdruck können ähnliche Varianten trennen. Prüfen Sie diese Merkmale am Original.

Warum finde ich das Motiv, aber nicht die genaue Nummer?

Das Bildzeichen kann für mehrere Werte oder Varianten gelten. Folgen Sie ihm zu den Katalogzeilen und vergleichen Sie Nennwert, Farbe, Datum, Zähnung, Wasserzeichen, Papier, Format und Verwendungszweck. Prüfen Sie auch Dienst-, Luftpost-, Porto-, Besetzungs- und andere Sonderabschnitte.

Nennt die Katalognummer den Wert meiner Marke?

Sie bezeichnet eine Katalogstelle, nicht den Verkaufspreis Ihres Exemplars. Katalogwerte beruhen auf den dort definierten Zuständen. Tatsächlicher Wert hängt zusätzlich von Zentrierung, Mängeln, Gummi oder Stempel, Echtheit, Nachfrage und realisierten Vergleichsverkäufen ab.

Quellen und weiterführende Literatur

Primärquellen und Fachressourcen, die für diesen Ratgeber verwendet wurden.